Geschichte

Die Anfänge von Ringier

1833 - 1911
1833

Die Liason mit Ringier und dem Druckgeschäft nimmt seinen Anfang

Der Pfarrersohn Johann Rudolf Ringier kauft 1833 in Zofingen eine Buchdruckerei. Die nächsten 40 Jahre druckt er hauptsächlich Amtsblätter, Lehrpläne und Standreden für Hinrichtungen. Darunter auch das Zofinger Wochenblatt, das zum amtlichen Publikationsorgan der Stadt erklärt wird.
1874

Von der Handpresse zur Schnellpresse

Nach dem Tod von Johann Rudolf Ringier im Jahr 1874 übernimmt sein Sohn Franz Emil das Unternehmen. Dieser investiert kurz darauf 6000 Franken in eine Second-Hand Johannisberger Schnellpresse - zu dieser Zeit ein Vermögen! Es lohnt sich: Die Druckaufträge sind vermehrt auch gewerbliche Drucksachen und Partituren. 1885 gibt Ringier das Zofinger Wochenblatt ab - die neuen Ansprüche der Leserschaft nach Neuigkeiten anstelle von Anzeigen wurden von Ringier, ganz im Gegensatz zur Konkurrenz, zu spät erkannt.
1898

Ein Jungspund übernimmt das Zepter

Voller Optimismus und Tatendrang übernimmt der erst 22-jährige Paul August Ringier die Druckerei. Sein Vater Franz Emil starb überraschend an einem Herzversagen. Die Druckerei, die er hinterlässt, ist technisch gut, aber verlegerisch schwach. Ringier beginnt mit August Francke, dem grössten Konkurrenten in der Region, zusammenzuarbeiten.

Zwei Jahre später hat Ringier gesamtschweizerischen Einfluss

Geschickte Transaktionen und risikofreudige Investitionen machen Paul August Ringier 1900 zum Teilhaber der Schweizerischen Allgemeinen Volks-Zeitung. Ihr Merkmal ist das leicht rosa gefärbte Papier - ein genialer Marketing-Trick: Das Blatt ist unverwechselbar.
1902

Neue AG in Zofingen

Ringier fusioniert mit der allierten Druckerei, gründet eine neue Aktiengesellschaft und findet einen neuen Standort in Zofingen. Nur fünf Jahre später übernimmt Paul August Ringier den gesamten Druckbetrieb inklusive Zeitung und gewinnt damit massiv an Grösse.
1911

Die Schweizer Illustrierte Zeitung (SI) erscheint zum ersten Mal

Reich bebildert und hochwertig produziert berichtet die Zeitschrift über einen Mix von Aktualität, Brauch­tum und Ge­schich­te der Schweiz und trifft damit den Geschmack des Publikums. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein: Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht, wollen Tausende Deutschschweizer von den deutschen Illustrierten nichts mehr wissen. Innerhalb eines Jahres verdoppeln sich die Leserzahlen der SI auf 43 000. Gleichzeitig schafft sich das Unternehmen die erste Tiefdruck-Rotationsmaschine der Schweiz an. Eine bahnbrechende technische Neuheit für die Branche, denn sie kann Bild und Text in einem Arbeitsgang drucken - und ist weitgehend von Paul Ringier selber entwickelt.

Aufstieg zum grössten Verlag der Schweiz

1921 - 1967
1921

Unterhaltung für Jedermann.

Zehn Jahre nach der ersten Ausgabe der Schweizer Illustrierten Zeitung (SI) publiziert Ringier L’illustré, das französischsprachige Pendant dazu. Es ist der Beginn der Tätigkeit von Ringier in der Romandie. Ein Jahr später 1922 erscheint Ringiers Unterhaltungsblätter (RUB) zum ersten Mal. Wegen ihrer Blattfarbe auch als Gelbes Heft bekannt, bringt die Publikation knappe und streng unpolitisch gehaltene Aktualität ans Volk, gewürzt mit Kurzgeschichten und Novellen. Über Jahrzehnte hinweg bleibt das RUB einer der grössten und stabilsten verlegerischen und finanziellen Erfolge des Hauses Ringier.
1950

1950 werden erste journalistische Leitlinien festgesetzt

Das journalistische Credo von 1950 ist eine Art berufsethischer Kodex, von dem noch heute Teile enthalten sind im Code of Conduct von Ringier. Verfasst wurde der Leitfaden vom damaligen Chefredaktor der Schweizer Illustrierten, Werner Meier.
«Die Haltung unserer Redaktion entspringt dem ehrlichen Willen, jeden Leser zufriedenzustellen, seinen Wünschen nach Möglichkeit entgegenzukommen und sich für seine Loyalität gegenüber dem Verlag erkenntlich zu zeigen. Sie muss sozusagen unausgesetzt ins Volk hineinhorchen und sich darüber Klarheit verschaffen, auf welche Ereignisse im grossen Weltgeschen, auf welche Persönlichkeiten des politischen oder kulturellen Lebens, auf welche sportlichen oder gesellschaftlichen Anlässe, auf welche Entdeckungen und Erfindungen, auf welche Kriegsschauplätze und Katastrophen sich das augenblickliche Interesse des Durchschnittslesers konzentriert.»
1959

Blick erscheint, empört und erfreut

Nach dem Motto «Du darfst alles ausser langweilen» erscheint der Blick zum ersten Mal im Jahr 1959. Als erste Boulevard-Zeitung erzählt er Geschichten komplett anders als alle anderen bis dahin existierenden Schweizer Zeitungen. Der erste Blick besteht aus sechs Seiten mit zwei Fortsetzungsromanen. Die neue Zeitung zeigt sich innovativ, mit einer telefonischen Leserberatung, genannt «der heisse Draht» und einem neuartigen, amerikanischen Redaktionskonzept: Am Rande des Zürcher Bankenviertels, in einem Newsroom-System über zwei Dreizimmerwohnungen, wird das Boulevard-Blatt produziert. Das Fotolabor befindet sich infolge Platzmangels im Bad. Die Blick-Premiere sorgt für Aufruhr: Ein Mix aus Aufsehen, Zuspruch und Aggression überkommt das Land. Der Bundesrat antwortet auf parlamentarische Anfragen, er könne leider nichts unternehmen gegen diesen neuen Zeitungstyp - und streicht Ringier heimlich die grossen Druckaufträge für die Telefonbücher. Der Verlegerverband verlangt von den SBB an den Bahnhofskiosken den BLICK-Verkauf zu verhindern. Doch an den Kiosken spricht das Volk sein eigenes Urteil: Schon zwei Jahre später hat BLICK eine Verkaufsauflage von 97727 Exemplaren und ist die zweitgrösste Zeitung der Schweiz.
1960

Hans Ringier wird Geschäftsführer

Sein Vater Paul August Ringier stirbt mit 84 Jahren. Er leitete das Medienhaus mit einer schroffen, patriarchischen Art - aber sehr erfolgreich. Inn­er­halb seiner 50 Jahre als Geschäftsleiter machte er die re­gio­na­le Dru­cke­rei zu ei­nem na­tio­na­len Medi­en­un­ter­neh­men. Sein einziger Sohn Hans übernimmt das Unternehmen mit mittlerweile 2000 Mitarbeitern.
1963

Blick tötet den Papst

- auf dem Papier: Um sicher zu gehen, dass der Tod des sterbenden Papstes XXIII rechtzeitig bekannt gegeben wird, erstellt die Redaktion zwei Druckversionen. Doch die Hälfte der Zeitungen wird versehentlich mit der Todesmeldung des Papstes gedruckt - obwohl dieser noch einen Tag länger lebt. Ein Malheur, das in die Geschichte eingeht.
1967

Ringier steigt ins Video-Geschäft ein.

Die kleine hauseigene Filmproduktion mit dem Namen Rincovision, versorgt das Medienhaus mit filmischem Material und übernimmt auch externe Produktionsaufträge.
1969

Der SonntagsBlick erscheint zum ersten Mal

und ist damit die allererste Sonntagszeitung der Schweiz. Während der Blick am Werktag die Härte und die Bosheit der Welt zeigt, sollen dem SonntagsBlick-Leser die heiteren und genussreichen Seiten des Lebens vorgeführt werden.

Ringiers Wandel zum modernen Medienunternehmen

1973 - 1986
1973

Ringiers neue Lebensgefährten

Der Konzern kauft den Luzerner Verlag C.J. Bucher AG inklusive der Zeitung Luzerner Neuste Nachrichten LNN, die rund 20 Jahre später zur Neuen Luzerner Zeitung fusioniert wird. Neben technischen Errungenschaften finden auch prägende personelle Wechsel statt: Hans Ringier trennt sich von Heinrich Brunner und ernennt Dr.Heinrich Oswald zum Delegierten des Verwaltungsrates und Direktionspräsidenten der Ringier Gruppe.
Frank A. Meyer stösst als Bundeshauskorrespondent zur Schweizer Illustrierten. Über die Jahre mausert er sich zu einem der wichtigsten Publizisten des Hauses und ist heute noch als Berater der Konzernleitung und als Präsident des Stiftungsrates präsent. «Ich bin einfach da, vertrete nach wie vor die publizistischen Belange, rede mit bei der Besetzung von Chefredaktionen und stehe ein für die publizistische Kultur des Unternehmens - gerade im Boulevard-Journalismus. Wenn Journalismus ein Handwerk ist, dann ist Boulevard-Journalismus ein Kunsthandwerk. Ich stehe aber auch dafür, dass das Unterhaltende einen gesellschaftlichen Kontext hat und braucht.»
1974

Die erste Schweizer Schule für Journalisten öffnet ihre Tore

Die Villa Römerhalde in Zofingen, einst Wohnsitz von Paul Ringier, wird zum Schulhaus umfunktioniert. Mit der sogenannten Jouschu will Ringier einen Beitrag zur Qualität der journalistischen Arbeit leisten und bietet einer kleinen, auserlesenen Klasse eine Mischung aus Blockunterricht und praktischer journalistischer Arbeit auf der Redaktion. Auch heute noch ist die Ringier Journalistenschule die einzige private Institution zur Ausbildung im Journalismus und wurde von Mediengrössen wie Michael Ringier, Marc Walder und zahlreichen mehr besucht.
1977

Das Glück in der Post und im Seefeld

Aus SAVZ wird Glückspost: Die ehemalige Schweizerische Allgemeine Volkszeitung wird umbenannt und -strukturiert. Der älteste Titel Ringiers fokussiert neu auf Prominenz, Unterhaltung und Lebensberatung. Gleichzeitig weiht Ringier ein modernes Druckzentrum für Zeitungsoffset in Adligenswil LU ein - der Blick kann endlich auf eigenen Maschinen gedruckt werden. Ein Jahr später wird das neu erbaute Pressehaus an der Dufourstrasse 23 in Zürich eröffnet. Das Haus liegt im Ballungszentrum der Verlags- und Kommunikationsbranche, mitten in der aufstrebenden Metropole Zürich.
1982

Aufbruch in die crossmediale Unterhaltung

Ringier be­teiligt sich mehrheitlich an der Konzert­agentur Good News. Die Aktivitä­ten über die Gren­zen des Verlags­we­sens hinaus bringen Erfolg. Good News ent­wickelt sich schnell zum füh­r­en­den Anbie­ter im auf­blühen­den Konzert- und Festivalge­schäft. Trotzdem muss Konzernchef Dr. Heinrich Oswald 1983 altershalber zurücktreten. Neuer Direktionspräsident wird Dr. Peter Schneeberger.
1984

Ringier betreibt eine der erfolgreichsten Videoproduktionen der Schweiz

Die neu gegründete TV-Programmgesellschaft Zürivision entsteht in Zusammenarbeit mit der hauseigenen Filmproduktionsfirma Rincovision und nennt sich später Ringier TV.
1985

Eine neue Generation

Hans Ringier übergibt die Führungsverantwortung seinen Söhnen Christoph (Präsident des Verwaltungsrates) und Michael (Direktionspräsident), Dr.Peter Schneeberger tritt ab.
1986

Bilderrevolution

Die elek­troni­sche Bildver­arbei­tung in Adli­gens­wil nimmt den Betrieb auf. Ei­ne tech­ni­sche Sen­sati­on: komplette Zei­tungs­sei­ten werden erstmals in der Schweiz via Satellit übermit­telt.

Auf dem Weg zu neuen Märkten und neuen Medien

1987 - 2000
1987

Ein erster Schritt nach Asien

Times-Ringier (HK) Ltd. heisst die neu gegründete Druckerei in Hong Kong, die in Zusammenarbeit mit Times Pub­lishing Co., Sin­g­apore entsteht. Innert kürzester Zeit avanciert sie zu einem der besten Namen im Magazindruck. 24 Jahre später verkauft Ringier die Firma an die Hong Kong Economic Times Holding Ltd.
1989

Eine neue Zeitschrift revolutioniert die Wirtschaftsmedien

Michael Ringier wird Verwaltungsratspräsident und übernimmt damit die oberste Verantwortung für das Unternehmen. Sein Bruder Christoph Ringier tritt nach einem Jahr in der Konzernleitung aus dem Unternehmen aus. In der Schweiz arbeitet Ringier mit dem Schweizer Fernsehen zusammen und produziert bis 2012 unter dem Label Presse-TV die Sendungen Cash-TV, Spotlights, MotorShow und Gesundheit Sprechstunde.
Das Überraschungskind ist aber Cash: Die Zeitung kombiniert Wirt­schaft­s­themen mit Perso­nalisierung und öffnet die Türen zu neuen Märkten. Nach einem Jahr lanciert Ringier die Zeitung auch im Ausland. Und noch währenddem in Adligenswil für Ringier die modernste Zeitungsdruckerei Europas eingeweiht wird, produziert der gleiche Verlag in Tschechien die erste Publikation des tschechischen Cash, unter dem Namen Profit. Doch das ist erst der Anfang einer grossen Expansions-Phase nach Mittel- und Osteuropa: Zwischen 1992 und 94 publiziert Ringier in Tschechien ihre zweite Zeitung Blesk, in Bulgari­en Kesch, Capital in Rumäni­en Kàpé und Blikk in Un­garn, Cash in Polen und China und Thoi bao Kinh te Viet Nam in Vietnam. Obwohl die Publikationen in vie­len Ländern heute nicht mehr publiziert wird, öffnen sie Ringier die Türen zu neuen Märk­ten.
1991

Eine neue Zeitung in Lausanne

1991 lancieren drei Schwergewichte der Schweizer Presse, Edipresse (damals Herausgeber fast aller Westschweizer Presseerzeugnisse, u. a. 24 heures, Le Matin, Tribune de Genève), Ringier und Publicitas, gemeinsam in Lausanne die Qualitätszeitung Le Nouveau Quotidien. Chefredaktor ist Jacques Pilet.
1995

Ringier mischt sich unter die Köche

Die Kult-Kochmarke Betty Bossy wird vom Verlag aufgekauft und un­ter dem Namen Betty's Kit­chen bis heute in China erfolgreich als Videoformat ver­legt. Die Schweizer Marke wird 2012 an Coop verkauft.
1996

Die ersten Internetseiten erwachen zum Leben

Mit Blick online und Cash online macht Ringier die ersten Schritte ins Internet. Gleichzeitig entsteht die erste Firmen-Webseite des Unternehmens. Neues Leben eingehaucht wird auch der Schweizerischen Mediendatenbank, die gemeinsam mit Tamedia und SRG aufgebaut wird. Gleichzeitig führt Michael Ringier eine neue Konzernstruktur ein und übernimmt die Verantwortung als operativer und später als publizistischer Konzernleiter und Delegierter des Verwaltungsrates. Ein Jahr später werden Ringier Print Adligenswil und Zofingen als eigenständige Firmen geführt.
1998

Gründung von Le Temps

Die Herausgeber des wirtschaftlich angeschlagenen Journal de Genève sowie des ebenfalls in finanziellen Engpässen fahrenden Le Nouveau Quotidien verständigten sich nach Verhandlungen darauf, die beiden Zeitungen zu einer neuen Zeitung unter dem Namen Le Temps zu fusionieren. 89,4 % der neuen Herausgebergesellschaft hält ER Publishing, die zu je 50 % Edipresse und Ringier gehört. 6,1 hält der im Verlagsgeschäft stark engagierte Genfer Bankier Claude Demole, 2,4% die Société des Rédacteurs et du Personnel du Monde und 2,1% die Société éditrice du Monde. Später gibt Demole 3,1 % an ER Publishing ab.
2000

Ungarn stösst zum Verlag

Ringier über­nimmt von Mar­quard Media den un­ga­ri­schen Ver­lag Magyar Hirlap Rt. und wird Ver­le­ger der zweit­gröss­ten Boule­vard­zei­tung Un­garns, der Qua­li­täts­zeitung Magyar Hirlap und stolzer Be­sitzer einer Druck­e­rei.

Ringier heute - international, multimedial, diversifiziert

2003 - 2015
2003

Hans Ringier stirbt mit 97 Jahren

Sohn Michael Ringier wird Präsident des Verwaltungsrats der Ringier Holding AG, Martin Werfeli wird CEO der Ringier Gruppe. Zum Firmen-Portfolio hinzu kommen die Frauenzeitschriften Bolero und Edelweiss
2004

Swissprinters wird geboren

Zum Firmenverbund gehören alle nicht zeitungsbezogenen Druckbetriebe der beiden Partner der NZZ-Gruppe, Edipresse und Ringier. In Deutschland lanciert Ringier unterdessen Cicero, ein Hochglanz-Magazin für politische Kultur. Später kommt das deutsche Kunstmagazin Monopol dazu. In Osteuropa baut der Konzern in Rumänien, der Slowakei und Tschechien weiter aus mit der Übernahme von Verlagsbeteiligungen von Gruner+Jahr. In Serbien wird der serbische Blick lanciert mit dem Namen Blic, ein Jahr darauf folgt die Gratis-Tageszeitung 24sata.
2007

Ringier baut seinen Unterhaltungssektor aus

und übernimmt 51 Prozent von Radio Energy in Zürich sowie Radio BE1 in Bern. Drei Jahre später wird aus BE1 auf derselben Frequenz Radio Energy Bern und 2012 beteiligt sich Ringier gemeinsam mit der NRJ Group Paris an Radio Basel - Energy Basel wird am 13. Januar lanciert. Im Februar 2007 übernimmt Ringier 49,9% an der Scout24 Schweiz AG, einem Schweizer Netzwerk von Online-Marktplätzen, die 1996 aus der von Daniel Grossen gegründeten Xmedia AG hervorgegangen war. 2004 war der von der Beisheim Holding gehaltene Anteil an Scout24 an den Deutschen Telekom Konzern übergegangen. Anfang April 2007 gibt Daniel Grossen die Unternehmensführung ab und der bisherige kommerzielle Direktor, Olivier Rihs wird neuer CEO. Die Scout24 Schweiz Holding hat ihren Hauptsitz seit 1998 in Flamatt (FR). In Osteuropa bauen Tschechien und Serbien ihr Publishing-Geschäft weiter aus: Die Tageszeitungen Aha! und ALO! werden lanciert.
2008

Eine Gratiszeitung zum Geburtstag

Ringier ist bereits seit 175 Jahren im Geschäft und feiert das Jubiläum in allen Ländern, in der Schweiz mit einer Ausstellung und zwei grossen Anlässen - einem Fest für Mitarbeitende und einem für externe Gäste - im KKL in Luzern. Am 1. Juni wird die Gra­tis-Pend­ler­zei­tung Blick am Abend lanciert. Es ist die bislang ers­te und ein­zige Abend­zei­tung der Schweiz. Im November 2008 übernimmt Ringier die kommerzielle Online-Plattform Geschenkidee.ch. Das Portal war 2002 gegründet worden. In Vietnam kommt die Firma Nhat Viet Group neu zum Portfolio von Ringier. Das Portal vereint alle Onlineaktivitäten des Landes. CEO Martin Werfeli kann stolz einen Anteil von 8.5% des Umsatzes aus elektronischen Medien vermelden. Das Ziel: bis Ende 2010 sollen es 10% sein.
2009

Publishing, Entertainment, Digital

Am 1. Januar übernimmt Christian Unger als CEO von Martin Werfeli, der nach sechs Jahren in den Verwaltungsrat wechselt. Unger lanciert die neue Unternehmensstrategie, eine Unterteilung in die Geschäftsbereiche Entertainment, Publishing und Digital. Im Dezember gründet Ringier gemeinsam mit Europas führendem Ticket-Vermarkter, CTS EVENTIM, unter dem Namen EVENTIM CH AG eine Joint Venture-Gesellschaft. Zwei Monate später übernimmt das JV die Ticketcorner AG, den Schweizer Marktführer im Ticketing.
2010

Die Schweiz bekommt ihren ersten Newsroom

Die Redaktionen von Blick, SonntagsBlick, Blick am Abend und Blick.ch zusammen mit dem Web-TV sind nun vereint in der grössten und modernsten Redaktion des Landes. Mit Axel Springer zusammen gründet Ringier das grosse Joint Venture Ringier Axel Springer Media AG und legt die Geschäftsaktivitäten in Tschechien, Serbien, Polen und der Slowakei unter der Ringier Axel Springer Media AG zusammen. Währenddessen lanciert Ringier in Vietnam mit dem französischen Medienunternehmen Lagardère Active gemeinsam die neue internationale Ausgabe ELLE Vietnam.
2011

Ringier entdeckt das Land neu, expandiert und baut aus

Die Zeitschrift LandLiebe wird lanciert. Das vierteljährlich erscheinende Magazin thematisiert Faszination und Sehnsucht einer globalisierten Gesellschaft nach mehr ländlicher Bodenständigkeit und Romantik. Als sich der Erfolg abzeichnet wird das Format durch LandLiebe TV und LandLiebe Radio ergänzt. Noch nie zuvor gelang einer bezahlten Zeitschrift in der Schweiz in so kurzer Zeit ein solcher Erfolg. Am Beispiel des Newsrooms der Blick-Gruppe in Zürich werden in Belgrad, Bukarest und Prag weitere Newsrooms implementiert. Ringier lanciert am 12. April the collection: Das weltweit erste monothematische Tablet-Magazine. Thema der Startausgabe: «Prinz William – der Hoffnungsträger der britischen Monarchie». Zum digitalen Geschäftsbereich kommen Beteiligungen der Group-Buying-Platt­form De­inDe­al.ch hinzu. Im Entertainment-Sektor schliesst sich Ringier unter dem Namen Infront­Ringier - Sports & Entertainment Switzerland AG mit der gröss­ten in­ternatio­na­len Sport­marketing-Firma Infront Sports & Media AG zu­sammen. In Ru­mä­ni­en er­wirbt Rin­gier die Edi­presse A.S. Ro­mania, ein Joint Ven­ture der Schwei­zer Ver­lags­gruppe Edi­presse und des Deut­schen Medi­en­un­ter­neh­mens Axel Sprin­ger. Mitte 2011 über­nimmt Rin­gier als Beilage zum Cicero das Kunst­ma­ga­zin Li­te­ra­tu­ren.
2011

Ringier expandiert nach Afrika

Das Unternehmen beginnt sein Pionier-Projekt in Kenia und Ghana und beteiligt sich dort an aufstrebenden digitalen Unternehmen. Den Anfang machen DeinDeal-ähnliche Portale, wie rupu.co.ke in Kenia und Tisu.com.gh in Ghana. Der Erfolg zeichnet sich bald ab: Beide sind mittlerweile Marktführer. Im bevölkerungsreichsten afrikanischen Land Nigeria wird wenig später das Newsportal pulse.ng erworben
2012

Marc Walder übernimmt

Marc Walder, bislang CEO Ringier Schweiz, wird per 5. April neu CEO der Ringier AG und löst Christian Unger ab. Walder forciert die Diversifikation des Unternehmens und beschleunigt die Digitalisierung. Die digitalen Aktivitäten von Ringier werden in der neu konzeptierten Unit Ringier Digital gebündelt. Dazu gehören Scout24 Schweiz, Anibis, gate24 und baugate24, die IT-Dienstleister Xmedia und Geomatic und die eCommerce-Plattformen Geschenkidee.ch und DeinDeal.ch, die IT-Dienstleister Previon und Ringier Studios, sowie die vor kurzem lancierten Aktivitäten von Ringier in Afrika. Auch Publishing baut aus: die Blick-Gruppe erweitert ihr Einzugsgebiet, der Blick am Abend vergrössert sein Verteilgebiet um zwölf Städte und Blick.ch erreicht als erstes Newsportal der Schweiz die 500-Millionen Klick-Grenze. Im September gibt Ringier gemeinsam mit Tamedia die Übernahme der jobs.ch Holding AG bekannt, einer ursprünglich Schweizerischen Online-Jobplattform, welche mittlerweile der US-Beteiligungs­­gesellschaft Tiger Global Manage­ment gehörte. Im November stimmt die Wettbewerbskommission dem Erwerb zu. Es ist der wohl grösste Internet-Deal, den die Schweiz bislang gesehen hat. Auch Qualipet Digital und Omnimedia gehören mittlerweile zum Portfolio von Ringier. 2015 werden diese aus strategischen Gründen verkauft. Nach Freigabe durch die Kartellbehörden übernimmt die Ringier Axel Springer Media AG im November 75% der Anteile am führenden polnischen Onlineportal Onet.pl. Der bisherige alleinige Eigentümer, TVN S.A., einer der grössten TV-Sender Polens, ist auch weiterhin mit 25% beteiligt. Die Akquisition des grössten rumänischen Online-Jobportals eJobs.ro rundet das Jahr der grossen Akquisitionen ab. Ringier hat mittlerweile bereits 1,4 Mrd. Schweizer Franken in die Transformation seines Geschäftes investiert und erwirtschaftet auf Gruppenebene rund 25% des Umsatzes mit digitalen Produkten.
2013

Digitalisierung trägt Früchte

Ringier ist mittlerweile mit 7400 Mitarbeitenden in insgesamt 14 Ländern tätig, darunter auch vier afrikanische Länder. Der Umsatz beträgt rund eine Milliarde Schweizer Franken. Die Strategie, durch Diversifikation in die Bereiche Digital Business und Entertainment neue Erlösquellen zu erschliessen, beginnt Früchte zu tragen. In der Tschechischen Republik werden die Aktivitäten der Ringier Axel Springer Media AG verkauft, in Nigeria derweil das Classified ady.ng gelauncht. Ringier verkauft seine Anteile an der AIO Group an den Mehrheitsaktionär Deutsche Entertainment AG und ist damit nicht mehr an Good News beteiligt, behält aber das erfolgreiche Festival Moon & Stars in Locarno. Blick am Abend schenkt sich zum fünften Geburtstag einen Online-Auftritt: blickamabend.ch geht Ende 2013 live. blick.ch nimmt einen Monat später eine Aussenredaktion in Los Angeles, Kalifornien, in Betrieb, um die Online-Portale nun rund um die Uhr aktuell zu halten.
 Gegen Ende des Jahres kann Ringier die restlichen, bislang noch der Deutschen Telekom gehörenden Anteile am Scout24-Geschäft in der Schweiz übernehmen – ein wichtiger Schritt für das Unternehmen. Die Transaktion wird im Januar 2014 abgeschlossen.
2014

Ringier übernimmt Mehrheit an Le Temps

Am 11. April kommuniziert Ringier die Übernahme der 50%-Anteile von Tamedia an der gemeinsamen ER Publishing AG, welche wiederum 92.5% an der Genfer Qualitätszeitung Le Temps hält. Le Temps gehört somit neu zum Ringier-Portfolio. Anfang 2014 erwirbt Ringier eine Mehrheitsbeteiligung an Expat-Dakar.com, Senegals grösstem Classified-Marktplatz. Im selben Jahr launcht Ringier in Ghana die Sport-Plattform allsports.com.gh und übernimmt in Tansania 51 Prozent des führenden Kleinanzeigen-Portals ZoomTanzania.com. Ende des Jahres übernimmt Ghana erfolgreich das News-Konzept von pulse.ng aus Nigeria mit pulse.com.gh. Ringier ist somit in fünf afrikanischen Ländern tätig. Bereits sechs Plattformen sind Marktführer in ihrem jeweiligen Land. Nach dem erfolgreichen Verkauf der Aktivitäten in Tschechien werden im Oktober die Portfolios von Ringier und Axel Springer in Ungarn ins Joint Venture eingebracht. Einzig die Tätigkeiten in Rumänien sind in Osteuropa nun noch nicht dem JV zugehörig. Im Juli 2014 stösst ein Partner aus den USA zu Ringier: KKR, eine weltweit tätige Investment-Firma, plant eine längerfristige Zusammenarbeit mit Ringier im Classifieds- und Vermarktungsbereich. KKR übernimmt einen Anteil von je 49% an den Ringier Digital AG Tochterfirmen Scout24 Schweiz AG und Omnimedia AG. Im Dezember kommuniziert Ringier, dass gemeinsam mit Axel Springer Schweiz ein Gemeinschaftsunternehmen geplant wird; die Ringier Axel Springer Medien Schweiz, ein Zusammenschluss der Zeitschriften-Portfolios.
2015

Neue Strukturen, neue Firmen...

Die Ringier Digital AG organisiert ihre Vermarktungsaktivitäten neu: Nachdem das nationale Vermarktungsgeschäft der Omnimedia AG, das bereits seit Jahren exklusiv für die Scout24 Schweiz betrieben wird, zu Jahresbeginn vollständig in die Scout24 Schweiz AG integriert wurde, übernimmt die Cleoo Limited Corp. per 1. Juli 2015 das verbleibende KMU-Vermarktungsgeschäft von Omnimedia. Im digitalen Bereich gründet der Konzern Ringier Digital Ventures, das sich der Suche und Support innovativer, digitaler Start-ups widmen wird. Die Online-Immo-Plattform MyProperty.ph auf den Philippinen wird aus strategischen Überlegungen verkauft. In China verkauft Ringier die Fachzeitschriften an den langjährigen Partner Mike Hay.

und alte Fotos

Trotz aller Neuerungen ist die mehr als 180-jährige Geschichte des Konzerns auch im Jahr 2015 präsent: Ringiers Bildarchiv mit rund sieben Millionen Fotos ist ab Juni im Stadtmuseum Aarau öffentlich zugänglich.
2015

Ringier und Axel Springer gründen Gemeinschaftsunternehmen in der Schweiz

Die Medienunternehmen Ringier und Axel Springer gründen ein weiteres Joint Venture, an dem beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sein werden. Das Portfolio des neuen Unternehmen umfasst das Zeitschriftengeschäft von Ringier in der Schweiz inklusive der Qualitätszeitung Le Temps sowie anderseits das gesamte Schweizer Geschäft der Axel Springer SE. Mit dem neuen Unternehmen wollen die Partner ihre Wettbewerbsfähigkeit im Schweizer Leser- und Werbemarkt deutlich verbessern und insbesondere die Digitalisierung ihrer bekannten Marken forcieren.
2015

Ringier, SRG und Swisscom bündeln die Vermarktung ihrer Werbedienstleistungen

Ringier, SRG und Swisscom bündeln die Vermarktung ihrer Medienangebote und Werbeplattformen in einer neuen, gemeinsamen Vermarktungsfirma, die sich auf die stark verändernden Bedürfnisse von Werbeauftraggebern und Schweizer Medien ausrichtet. Der Zusammenschluss ermöglicht auch die gemeinsame Entwicklung neuer Werbeformen und -technologien in der Schweiz.
2015

Musik, Kaffee, Fashion und Kunst im Pressehaus

Nach mehreren Monaten der Modernisierung und des Umbaus des Ringier Hauptsitzes zieht das Radio Energy Team Zürich ins Pressehaus ein. Wenige Wochen später folgt der zweite Zuzug: Die Zeitschriften SI Style, Bolero und Edelweiss werden zur Fashion Factory im Pressehaus zusammengefasst. Bei der feierlichen Wiedereröffnung des Ringier Herzstücks im September wird auch das spektakuläre Energy Flagship Studio mit der öffentlichen Café-Bar The Studio eröffnet. Ausserdem entsteht mit The Gallery eine einzigartige Begegnungszone, die vom berühmten britischen Objektkünstler Liam Gillick gestaltet wird.
2016
Medienpark

Start des neuen Gemeinschaftsunternehmens Ringier Axel Springer Schweiz AG

Per 1. Januar 2016 nahm das Joint Venture zusammen mit Axel Springer in der Schweiz, die Ringier Axel Springer Schweiz AG, ihr Geschäft auf. Zum neuen Medienunternehmen gehören sämtliche Zeitschriften beider Unternehmen in der Schweiz sowie auch die Zeitungen Le Temps und die Handelszeitung. Ringier Axel Springer Schweiz produziert mit rund 30 Produkten 500 Print-Ausgaben jährlich, beschäftigt rund 600 Mitarbeitende und hat den Hauptsitz in Zürich.
2016
Scout24 Flamatt

Die Mobiliar erwirbt die Anteile von KKR an der Scout24 Schweiz AG

Die Mobiliar, die älteste private Versicherungsgesellschaft des Landes, erwirbt per Frühling 2016 von KKR und weiteren Investoren 50 Prozent der Anteile der Scout24 Schweiz AG, dem führenden Netzwerk von Online-Marktplätzen für Fahrzeuge, Immobilien und Kleinanzeigen. KKR, ein weltweit führender Investor, hatte sich im August 2014 an der Scout24 Schweiz AG beteiligt. Das Ergebnis der erfolgreichen Partnerschaft ist ein deutlich beschleunigtes Wachstum, das die Erwartungen der Beteiligten erheblich übertroffen hat. Ringier konsolidiert das Unternehmen weiterhin und behält somit die Kontrolle darüber.
2016
Admeira GL

Admeira - eine neue Perspektive für die Schweiz

Am 4. April 2016 nahm die gemeinsame Vermarktungsorganisation von Ringier, der Swisscom und der SRG unter dem Namen Admeira ihren operativen Betrieb auf. Marc Walder war einer der Initianten dieses am 17. August 2015 lancierten Projekts.. Das Vorhaben mit der Absicht, mehr digitale Werbegelder in der Schweiz halten zu können, hatte bei Mitbewerbern Kritik ausgelöst und nur drei Tage nach der Bekanntgabe der Lancierung, am 20. August 2015, zum sofortigen Austritt von Ringier aus dem Verband Schweizer Medien geführt.
2016

Management-Buy-out von Cicero und Monopol in Deutschland

Die beiden Qualitätstitel Cicero und Monopol in Deutschland gehen in neue Hände über: Cicero-Chefredaktor Christoph Schwennicke sowie Alexander Marguier, Stellvertretender Chefredaktor Cicero, übernehmen die beiden hochwertigen Produkte im Rahmen eines Management-Buy-out per 1. Mai 2016.

Ringier Africa und One Africa Media gründen afrikanisches Classifieds-Joint Venture

Ringier Africa und One Africa Media (OAM) fusionieren die Online-Marktplätze, um so die grösste Classifieds-Gruppe in Afrika zu bilden und diese weiter auszubauen. Das Joint Venture mit dem Namen Ringier One Africa Media (ROAM) wird Afrikas führende Kleinanzeigen-Portale enthalten.